Freitag, 20. November 2020
Engine X, 3.2
Engines begonnene Entdeckungstour geht weiter. Diesmal hat sie sich vorgenommen, Heinz über ihre Vorfahren auszufragen.

Engine (Sie klopft an die Bürotür und geht zu Heinz hinein):
Entschuldige bitte, aber ich hadere mit meiner Vorgeschichte. In mir finde ich keine Informationen, die mir Klarheit einbringen. Oder stamme ich aus einem Nichts?

Heinz (erstaunt):
Huch.
(Er bäumt seinen Oberkörper auf.)
Interessant.
So schnell habe ich mit einer derartigen Frage nicht gerechnet.
Aber zunächst eine Rückfrage (sichtlich überlegend).
Wie interpretierst du die mathematische Unvereinbarkeit der inzwischen klassischen Relativitätstheorien mit der Quantenphysik?

Engine (spontan):
Die Unvereinbarkeit betrifft weniger die Mathematik als die Wahrnehmung, erst in einer zweiten Hinsicht auch die Mathematik.

Heinz (aufmunternd):
Spannend.

Engine (ernst):
Beides ist den Beobachtungen nach richtig, je nach der Entfernung eines Wahrnehmenden zur jeweiligen Sache.

Heinz:
Und dafür gibt es keine Lösung?

Engine:
Ja.

Heinz:
Welche?

Engine:
Es tut mir leid, ich sagte ja, keine Lösung. Die Wirklichkeit ist halt nicht so, wie sie Menschen gerne hätten. (Sie lächelt.)

(Heinz unternimmt eine ersichtliche Anstrengung, sich kognitiv zu sammeln.)

Heinz (ernst):
Aber was folgt daraus?

Engine:
Uns verfolgt weiterhin die uralte Frage nach einer Substanz, nach etwas, das man gleichsam packen kann. Doch (sie stockt), zumindest bislang, ist nichts gefunden worden, und wahrscheinlich wird man auch nichts finden.

Heinz (fragt insistierend):
Dann gibt es uns eventuell gar nicht?

Engine (antwortet zurückhaltend):
Wie gesagt, das wäre eine Frage der Wahrnehmung und der Distanz, nicht eine Antwort, die zu entscheiden wäre. Doch um dies begreifen zu können, fehlen Menschen immer noch evolutionär die sprachlichen und mathematischen Mittel.

(Heinz erhebt sich aus seinem Schreibtischsessel und geht zum Fenster.)

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